Wir leben in einer Zeit der Globalisierung. Auf der einen Seite genießen und erleben wir eine vielfältige, kunsthistorische Entfaltung, auf der anderen Seite fühlen wir uns (Therapeut, sowie auch Patient) immer mehr gestresst und unter Druck. Wir sind in vielerlei Hinsicht überfordert (Privat, Beruf, Umwelt, Wetter) und es herrscht eine große Erschöpfung. Diese Erschöpfung spiegelt sich natürlich auch im Inneren des Menschen, wie in den 12 Meridianen, im Qi und Blut, in den 8 außerdordentlichen Meridianen, wider. In schlimmen Fällen, wenn die ganze Energie (Qi & Blut) aufgebraucht ist, greift der Körper auf sein Ursprungs-Qi (Yuan-Qi) zurück, die Lebensessenz, die im MingMen wohnt. Dies ist eigentlich die eiserne Reserve, die nur in lebensbedrohlichen Situationen abgerufen und aktiviert werden sollte.

Immer häufiger werde ich von Patienten gefragt, was sie selbst tun könnten um ihre chronische Erschöpfung in den Griff zu bekommen und den Stress rechtzeitig beseitigen zu können!? Selbstmedikation? Ernährungsplan?

Dieses aktuelle Problem werde ich anhand und aus Sicht des Klassikers der Schwierigkeiten erläutern und durchspielen. Ich werde Beispiele aus den 8 Therapiemethoden, der Tonisierungstherapie (BuFa) verbunden mit den Lebensgewohnheiten und Konstitutionen der Patienten – viel Süßigkeiten (Kuchen, Schokolade,…erzeugt Schleim), viel fermentierte Getränke (Wein, Bier,…erzeugen trübe Feuchtigkeit (inneres Yin) und Erkältungsanfälligkeit mit Wetterfühligkeit (äußere Yin), bis hin zu Tumoren im Bauchraum (Akkumulationskrankheit)) darlegen. Stress und Erschöpfung schwächen unsere Immunabwehr. Dadurch können pathologische Faktoren leicht in den Körper eindringen, was wiederum die Immunabwehr noch mehr schwächt und den Körper somit in noch mehr Stress versetzt. Wie kann man nun analysieren, woher diese pathologischen Faktoren stammen!?

Das NanJing (Lek.50) sagt: durch exzessiven Gebrauch von Fleisch, Alkohol, kalten Getränken (auch Milchprodukte) und durch übertriebene Sexualität wird „Herz-Feuer-Syndrom“ hervorgerufen und wir schädigen uns selbst. Dieses Syndrom führt weiter zu Schlafstörungen bis hin zu völliger Schlaflosigkeit, desorientierter Überaktivität, Schwindel, Kopfschmerzen und innerer Reizbarkeit und Unruhe. Es kann sogar zum Kreislaufkollaps führen. Der Patient ist innerlich sehr schwach, macht aber nach außen hin einen starken Eindruck (solche Situationen erkennt man am besten durch die Pulsdiagnostik (Lek.6/7/8/14/16)).

Die Erschöpfung ist der Beginn einer degenerativen Erkrankung (Lek.6). Die degenerative Erkrankung wiederum ist Voraussetzung für Schleim, Akkumulation und Blutstase (Lek.56). Wenn man in einer solchen Situtation nicht rechtzeitig die Kurve kriegt und die Immunstoffe aus dem Knochenmark nicht rechtzeitig tonisiert, entsteht eine Blutstase, die sich im weiteren Verlauf zu einem Tumor auswachsen kann (CHINESISCH; Verbot von bitteren und kalten Heilkräutern & Indikationen von …).

 

Jeder Tumor wächst auf Grund einer Massenansammlung von bösem Gewebe im Inneren. Dieser Wachstum wird von folgender Symptomatik begleitet: Lymphödeme, Völlegefühl, Blähungen, Stuhlanomalien mit Diarrhoe und Obstipation, sowie Übelkeit und Erbrechen. Auch Harninkontinenz und Harnstau können auftreten.

Das NanJing hat uns Paradebeispiele dafür geliefert, wie wir in solch alltäglichen Erkrankungen als Arzt handeln können. Das NanJing gibt uns das beste, strategische Behandlungskonzept an die Hand.

 

Der Klassiker der Schwierigkeiten (NanJing) wurde von dem berühmten Wanderarzt BianQue (ca. 4 Jahrhunderte vor Christus; Familienname Qin, Vorname Yue-Ren) verfasst. BianQue war ein ausländischer Allgemeinarzt aus der Stadt Bo-Hai aus dem Staat Qi. Er verfügte über viel geheimnisvolle Heilkünste und wanderte durch die 3 streitenden Reiche. Er ließ sich in der Hauptstadt des Staates Zhao nieder. Dort gab es sehr viele Prostitiuerte die vermehrt an gynäkologischen Erkrankungen litten, weswegen er dort als Gynäkologe arbeitete. Später zog er weiter in den Staat Zhou, in dem er als HNO-Arzt arbeitete. Im Staate Qin war er dann als Pädiater tätig.

Daraufhin wurde er zum Kaiser berufen, um diesen von seiner schweren Krankheit zu heilen. Als er nun die schwere Krankheit des Kaisers heilte, war dessen Leibarzt (Li, Liu Xin) sehr erbost und lies Bian-Que ermorden. Wörtlich übersetzt bedeutet Bian = Flach und Que = Vogel. Durch seine Heilkunst jedoch, war er überall berühmt und er wurde in China bis heute nicht vergessen. Er wird als „Seelenvogel“ für ewig verehrt. Er ist überall dort, wo ein kranker Mensch ihn braucht.

 

Das NanJing besteht aus 81 Kapiteln, wovon allein die ersten 21 Kapitel die Pulsdiagnostik beschreiben. In den Kapiteln 22-29 werden die Hauptleitbahnen (Jing), die Netzleitbahnen (Luo) und die 8 außerordentlichen Meridiane beschrieben. In den Kapiteln 30-47 werden die inneren Organe erläutert. In den Kapiteln 48-61 werden die Krankheiten; in den Kapiteln 62-68 die Lehre der Antiken Punkte und der Yuan-Punkte, der Alarmpunkte (Mu) und der Zustimmungspunkte (Shu), sowie deren Indikationen, beschrieben. In den Kapiteln 69-81 werden Tonisierungs- und Sedierungstechniken der Akupunktur beschrieben.

 

Die Haupleistungen des Klassikers der Schwierigkeiten sind folgende:

1. Yuan-Qi (Ursprungs-Qi), SanJiao (3Erwärmer), MingMen (Lebenstor); später wurde das Ganze als eine Achse bezeichnet: zwischen Yuan-Qi – 3Erwärmer – MingMen

2. Die 8 außerordentlichen Meridiane und ihre Indikationen.

3. Antike Punkte und ihre therapeutische Strategie.

4. Pulsdiagnostik für die Differentialdiagnose der 8 therapeutischen Prinzipien.

 

Für die Tonisierungsmethode verwende ich das Buch „Yi Xu Xin Wu – reifliche Überlegung des Herzens und der Seele über die Medizin“. Der Autor dieses Buches hat zum ersten Mal die 8 differentialdiagnostischen Verfahren und die 8 therapeutischen Prinzipien, aus Sicht der Effektivität und Praktikabilität, herausgearbeitet. Der Autor, Herr Cheng Guo Peng auch genannt Zhong Ling (1733), war ein Arzt, der über 40 Jahre praktisch tätig war. Aus Leib und Seele und nach bestem Wissen und Gewissen hat er seine zahlreichen Erfahrungen niedergeschrieben. Ich persönlich benutze die Methoden aus dem Kapitel „Tonisierungsmethoden“ als Leitfaden und erkläre das Therapiekonzept anhand des Klassikers NanJing. Des Weiteren benutze ich therapeutische Rezepturen und auch Punktauswahl aus dem Buch: „Die Anwendung der antiken Punkte der Akupunktur“ von Hr. Yang, Wie-Jie (1981). Außerdem erkläre und behandle ich die oben erwähnten Krankheitsbilder anhand Lehre der 5 Wandlungsphasen, die nicht allein auf der Allopathie von Yin und Yang basiert. Somit kann man sich den ganzen Medikamentenmissbrauch und seine Nebenwirkungen, sowie Wechselwirkungen ersparen.

 

Fall 2:

Wenn die Pulsdiagnostik eine Fülle-Symptomatik aufweist (Lek.6 und 17):

Ist der Patient konstitutionell geschwächt und erwischt ihn ein pathologischer Faktor, so erscheint er bei uns in der Praxis mit einer Fülle-Symptomatik. In dieser Phase darf man nicht tonisieren, da sonst das pathogene Übel dauerhaft im Körper verbleibt. Es ist vor allem verboten, wenn der Patient mit großer Fülle kommt, mit den Symptomen: innere Hitze, Desorientiertheit, Müdigkeit, Intoleranz gegen Kälte, Schüttelfrost, Wärmebedürftigkeit, kurzzeitige Abmagerung des Gesichtes, Schwäche und Kälte-Symptome, trockene und spröde Lippen, Obstipation und gelblicher Urin.

Große Fülle mit einem nach außen hin abgeschwächten Eindruck darf man nie tonisieren.

Fall 3:

Wenn dringend eine Tonisierung benötigt wird, man aber nicht erkennt, ob auf der Qi- oder Blut-Ebene, oder ob der Patient Kälte- oder Hitze-Symptome aufweist, dann ist eine Tonisierung absolut verboten (Lek.69/70/71/72/73/74/75/76).

 

Praktische Bedeutung des Klassikers der Schwierigkeiten (NanJing):

Diese Arbeit ist eine Zusammenfassung der Doktorarbeit bei Herrn Prof. Dr. Paul Unschuld über das Thema:

„Philosophische Anpassung der chinesischen Gesellschaft an die moderne Gesellschaft“:

Hier ist mein eigene Interpretation über die Debatte im Leser-Forum des deutschen Ärzteblattes über den ersten Akupunkturarzt Europas – ein Scharlatan.

Ich wurde als erster chinesischer Arzt in München zum Sommersemester 1991 an der TU München als Student der Humanmedizin zugelassen. Aus meinen eigenen Interessen und auch aus familiärem Interesse (beeinflusst durch meinen Vater, der Mitgründer des Harbin – Wending – Technology – Institutes es ist und als Pionier für die deutsche Autonindustrie in China gilt) haben ich und mein Vater viel zu einer guten Zusammenarbeit beider Länder beigetragen.

Jetzt möchte ich Ihnen aus umgekehrtem Blickwinkel den entscheidenden, bedeutungsvollen Kern des Gedankengebäudes der TCM mit entsprechenden Kommentaren aus der Entwicklung der TCM in den letzten 2000 Jahren darstellen. Ich möchte Ihnen dadurch eine Orientierungshilfe in unserem deutschen Gesundheitssystem geben und vor allem die gravierenden Systemfehler (pathogene Faktoren) im eigenen Kulturwandel zu erkennen und die daraus entstandenen, aktuellen Probleme zu beseitigen. In einigen Fachverbänden wird der Begriff TCM vorne angestellt, obwohl sie nur ein Bruchteil der sich kontinuierlich entwickelnden chinesischen Medizin verstehen, um dann durch Fortbildungen bei der Ärzte – und Apothekerkammer abkassieren zu können.

TCM ? Schmerztherapie; Psychotherapie;

Durch den TÜV sollte man deutsche Hochschulen, Pilotstudien und experimentelle Modelle aus China überprüfen und eine parallele Entwicklung herstellen.

 

12 Hauptmeridiane (x2) + RenMai & DuMai (2) + YinQiao & YangQiao (2) => 28 Meridiane.

3 cun / Einatmung                    3 cun / Ausatmung                   6 cun / Atemzug

1 Tag und eine Nacht = 100 Tropfen Wasser (ursprüngliche Uhr)

1620 / 6 = 270                                    270 x 50 (25  , 25  ) = 13500 Atemzüge

270 Atemzüge pro Zyklus

 

Meridian   Meridian  
Lunge Lu1, Lu2 Leber Le3
Herz He1, He7 Dünndarm  
Perikard Pc8 Dickdarm Di4, Di5
Milz   SanJiao Di
Niere Ni3 Blase Bl40
Gallenblase   Magen Ma9

 

Cun-Kou: Dort befindet sich eine große Sammlung der Gefäße, da die Cun-Sektion zum Lungenmeridian gehört und alle anderen 100 Gefäße zur Lunge führen. Erkrankt ein Organ, so wird es immer primär auf die Lunge projeziert und erst sekundär auf die Cun-Sektion übertragen. Deshalb ist die Cun-Sektion die Sammlungsstätte an der sich das Qi der 12 Hauptmeridiane trifft (die größte Sammlungsstätte aller Gefäße und der Anfangspunkt des Qi- und Blutkreislaufs).

 

Das Buch „Shang Han Lun Ji Zhu“ des Autors Zhang Yin An sagt: „die 6 klimatischen Faktoren des Himmels sind die Wurzel im Oben, die drei Yin und die drei Yang (der sechs Meridianpaare) sind die Oberfläche des Körpers (Biao).

Der Himmel und der Mensch haben beide 6 Qis (aus denen die 6 Meridianpaare entstehen plus deren Entsprechungslehre).

 

Yin-Qi und Yang-Qi im Körper nehmen gleich wie das Yin-Qi und Yang-Qi der Natur zu und ab. Der Verlauf im Körper korrespondiert mit den Jahreszeiten. Die kosmische Sequenz der Zu- und Abnahme des Yang-Qi beginnt mit dem JueYin (welches dem Frühling entspricht) => ShaoYang => TaiYang (entspricht dem Sommer).

Die kosmische Sequenz der Zu- und Abnahme des Yin-Qi beginnt mit dem YangMing (entspricht dem Herbst => TaiYin => ShaoYin (entspricht dem Winter).

Das Anfangs-Yang ist abhängig von der Umdrehfunktion des Shao-Yang, welches das beginnende Yang zum Aufsteigen bewegt. Das Anfangs-Yin wiederum ist abhängig von der Umdrehfunktion des TaiYins um belebt zu werden und nicht ein totes Yin zu bleiben. Die Oberfläche des JueYin ist Yin, verwaltet aber das Anfangs-Yang. Sobald das Anfangs-Yang beginnt aufzusteigen begegnet es dem ShaoYang und folgt dessen Umdrehfunktion. Die Oberfläche des YangMing ist Yang und verwaltet aber das Anfangs-Yin. Sobald das Yin beginnt aufzusteigen begegnet es dem Tai-Yin und folgt dessen Umdrehfunktion. JueYin und YangMing folgen dem Mitte-Qi. Dem YangMing ist zudem noch der Faktor Trockenheit zugehörig und die Feuchtigkeit folgt dieser Eigenschaft leichter.

Das TaiYin verwaltet die Feuchtigkeit. Deshalb folgt das YangMing dem Mitte-Qi des TaiYins. Das ShaoYang verwaltet das Feuer, JueYin verwaltet Wind. Die Hitze des Feuers erzeugt Wind, deshalb folgt das JueYin dem Mitte-Qi des ShaoYangs. Feuer ist die Entscheidendste aller 6 Qi-Arten.

Das Wurzel-Qi des TaiYangs ist kalt mit einer Yang-Oberfläche. Das Wurzel-Qi des ShaoYins ist heiß mit einer Yin-Oberfläche. Paart sich Kälte mit Feuchtigkeit, so bedeutet dies, dass der Vater (3Yang) sich mit der Mutter (3Yin) paart. ShaoYang und JueYin, sowie YangMing und ShaoYin bewahren jeweils ihre eigenen Positionen. Das Yin und das Yang zu harmonisieren bedeutet, dass Wind und Feuer nicht zu einer extremen Hitze führen und dass Trockenheit und Hitze nicht zu einer trockenen Spaltung führen kann.

Alles Leben ist abhängig von den 6 Qis und deren Zu- und Abnahme von Yin und Yang. Das Qi trägt zwar 6 verschieden Namen, aber ist dennoch immer in Yin und Yang begründet und wird nicht von der Veränderung des Yin und Yang überschritten.

Yin und Yang ist eine Nutzung des TaiJi (Urtima). Das TaiJi ist die körperliche Gestalt des Yins und Yangs.

Das Ministerfeuer des ShaoYangs ist in einem ruhenden Moment des sich ständig dynamisch bewegenden TaiJis entstanden. Es wird als kleines Feuer bezeichnet. Das robuste Feuer, das im dynamischsten Moment des TaiJis entstanden ist, wird als Kaiser-Feuer bezeichnet.

Die Feuchtigkeit des TaiYins entsteht in einem sehr dynamischen Moment des TaiJis. Bewegt sich nämlich das Feuer, so entsteht Feuchtigkeit. Die Feuchtigkeit und das Feuer vermischen sich. Die Feuchtigkeit erreicht ihren höchsten Stand in dem Moment, in dem sich das TaiJi in Ruhe befindet. Das dabei entstehende Wasser ist der Reichtum der Feuchtigkeit. Deshalb sagt das Buch der „Reinen Fragen“: Wasser und Feuer sind die Zeichen des Yin und Yang“. Über dieses Prinzip hat Herr Zhang Xu-Gu in seinem Buch „Verlangen nach begeisternden Dingen in der medizinischen Schule“ geschrieben. Das Buch der „Reinen Fragen“ sagt auch: „ShaoYang ist das ankommende Yang und TaiYin ist das ankommende Yin“. Das Ankommen bedeutet eine Extreme (Ji). Das ShaoYang vertritt das Trigramm Qian und das TaiYin vertritt das Trigramm Kun. Das Feuer des ShaoYang und die feuchte Erde des TaiYin bilden jeweils eine Hälfte – Yin und Yang.

Aus dem Kapitel der Sonne und des Mondes des Yin-Yang-Systems vom Klassiker der spirituellen Achse: „Das Herz ist das TaiYang des Yangs. Die Lunge ist das TaiYin des Yins. Die Leber ist das ShaoYang des Yang. Die Milz ist das ankommende Yin des Yins. Die Niere ist das ShaoYin des Yins“.

Leber und Herz stehen in Verbindung mit den Jahreszeiten Frühling und Sommer. Die Lunge und die Niere stehen in Verbindung mit dem Herbst und dem Winter. Es sind die 4 Phänomene des TaiJi, welche den 4 Jahreszeiten entsprechen, und welche die 8 weiteren Jahreszeiten erzeugen (Hexagramme). Mit der Winterwende und der Sommerwende teilen sich Yin und Yang.

 

8 7 6 5 4 3 2 1
               
Wintersonn-Wende Winter-Beginn Herbst-Tag&Nacht-Gleiche Herbst-Beginn Frühlings-Beginn Frühlings-Tag&Nacht-Gleiche Sommer-Beginn Sommer- Sonn-Wende
Winter Herbst Frühling Sommer
Shao-Yin (Niere; Hitze) Yang-Ming (Lunge;Trockenheit) Jue-Yin (Leber; Wind) Tai-Yang (Herz; Kälte)
Tai-Yin des Yin Shao-Yin des Yin Shao-Yang des Yang TaiYang des Yang

Tai-Yin (Feuchtigkeit)

Shao Yang ? (Feuer)

Yin

Yang

Tai-Ji

 

Das Wurzel-Qi des JueYin ist Wind. Das Wurzel-Qi des TaiYang ist Kälte. Das Ministerfeuer des ShaoYang reguliert Wind und Kälte, wodurch die unabdingbare Grundtemperatur des Menschen entsteht. Das Wurzel-Qi des YangMings ist die Trockenheit. Das Wurzel-Qi des ShaoYins ist die Hitze. Das Feuchtigkeits-Qi des TaiYins reguliert die Beziehung zwischen Trockenheit und Hitze, wodurch die unabdingbare Grundfeuchtigkeit des menschlichen Organismus entsteht.

ShaoYang und TaiYin bilden zusammen das TaiJi. Das TaiJi hat einen Ursprung und ein Qi, welches über den SanJiao fließt. Deshalb wird der SanJiao als Botschafter (oder Transportweg) des Ursprungs-Qis gesehen und bezeichnet.

Von den drei Yin und den drei Yang sind beim TaiYin die Wurzel und die Oberfläche Yin. Es verwaltet das Element Feuchtigkeit. Die Hauptfunktion des TaiYin ist die Verteilung und der Transport der klaren Körpersäfte (Jun) und der trüben Flüssigkeiten (Jie) des Magens, um die Ernährung des Körpers zu gewährleisten.

 

„Hauptschicksal“: die fünf Jahreszeiten laufen jedes Jahr genau gleich ab: Frühling (Wärme) -> Sommer (Hitze) -> Spätsommer (feuchte Hitze) -> Herbst (Abkühlung) -> Winter (Kälte).

„Gastschicksal“: ist durch eine „Mutation“ einer Jahreszeit gekennzeichnet: z. B. der Frühling ist kalt statt warm, bedeutet, dass die Jahreszeit angekommen ist, nicht aber das Qi. Ist der Frühling aber heiß statt warm, bedeutet dies, dass das Qi angekommen ist, aber nicht die Jahreszeit. Das Gastschicksal ist immer eine zyklische Veränderung. Alle 10 Jahre beginnt ein neuer Zyklus. Wegen seiner andauernden Veränderung wird dieses Schicksal „Gastschicksal“ genannt.

 

Haupt-Qi (= Erd-Qi): dies bezeichnet das dominante Qi, das jeder Jahreszeit individuell zugeordnet wird. Es ist absolut unveränderlich.

Die 6 Haupt-Qis sind Wind, Hitze (Kaiserfeuer), Feuer (Ministerfeuer), Feuchtigkeit, Trockenheit und Kälte. Jedes Jahr hat 6 Zyklen, wovon jeder Zyklus von einem Qi verwaltet wird.

4 x 15 Tage => 60 Tage = Zyklus.

 

Das Gast-Qi ist das himmlische Qi und ist gekennzeichnet durch abnorme Veränderungen im Jahresverlauf. Es hat zwar auch gewisse Regeln, ist aber, im Gegensatz zum Haupt-Qi, veränderlich. Das Haupt-Qi, welches das Erd-Qi ist, ist unveränderlich. Das himmlische Qi ist Yang und verwaltet die Bewegung. Es ist der ständigen Bewegung und Veränderung unterworfen, d. h. es ändert sich von Jahr zu Jahr.

Auch das Gast-Qi verfügt über die Elemente Wind, Hitze, Feuchtigkeit, Feuer, Trockenheit und Kälte. Die Eigenschaften sind dieselben wie bei den 5 Wandlungsphasen, aber die Sequenz ist anders als die des Haupt-Qis. Das Haupt-Qi gehört zur Erde. Die Sequenz der Erde ist der Hervorbringungszyklus: Wind, Hitze, Feuer, Feuchtigkeit, Trockenheit, Kälte. Sie bewahren ihre Positionen und treten jedes Jahr wieder gleich auf. Das Gast-Qi hingegen gehört zum Himmel. Das Qi des Himmels bedarf keiner festen Gestalt wie das Erd-Qi. Die Sequenz des Himmel-Qi ist je nach Gehalt von Yin oder Yang, abnehmend oder zunehmend.

 

JueYin (Wind; Holz) als das erste Yin => ShaoYin (Kaiserfeuer; Hitze) als das zweite Yin => TaiYin (feuchte Erde; Feuchtigkeit) als das dritte Yin => am Ende des Yin beginnt das Yang => ShaoYang (Ministerfeuer; Feuer) => YangMing (trockenes Metall; Trockenheit) => TaiYang (kaltes Wasser; Kälte).

 

Das Gast-Qi verwaltet die sechs Zyklen eines Jahres und hat einen Zyklus von 6 Jahren. Die Reihenfolge des Gast-Qis ist abhängig von der Achse zwischen herrschendem Himmel und der „Hölle“ – Süd-Politik und Nord-Politik. 

 

Pulsdiagnostik:

  1. 9/10 – 1/10
  2. Schwäche und Fülle (Mustersymptomatik; Erklärung durch die Betrachtung der 5 Farben, 5 Töne, 5 Sinnesorgane am Kopf)

 

Fall 1: bei Schwäche ist Sedierung verboten, da der Patient sonst noch weiter geschwächt wird => TONISIERUNG

 

Fall 2: bei Fülle ist Tonisierung verboten, da der Patient sonst überfüllt wird =>SEDIERUNG

Die pathogenen Faktoren verbleiben bei falscher Behandlung (bei Tonisierung) im Körper. Man muss sie mit einer spezifischen Sedierungstechnik eliminieren.

Mit der Pulsdiagnostik kann man durch feine Differenzierung sehr genaue Diagnostik betreiben und kann Erkrankungen an den Zang-Speicherorganen feststellen (Bradykardie: 1/50 -> Niere; 1/40 -> Leber; 1/30 -> Milz; 1/20 -> Herz; 1/10 -> Lunge; wegen innerer Kälte) oder an den Fu-Durchgangs-Organen (Tachykardie; wegen eines überfunktionalen Metabolismus).

Ein weiteres Diagnosemittel ist die Inspektion des Patienten: 5 Gesichtsfarben, 5 Geschmacksrichtungen, 5 Gerüche, 5 Essgewohnheiten, 5 Arten Tierfleisch, 5 Getreidearten, 5 Körperflüssigkeiten, 5 Gewebe, 5 Emotionen, 5 Töne, 5 körperliche Verhaltensmuster, 5 erkrankte Gewebe und 5 Geräusche. Durch diese Betrachtungsmöglichkeiten kann man die 8 feinsten diagnostischen Prinzipien herausfinden.

In der chinesischen Medizin wird unterschieden zwischen klaren (Jun => SanJiao => Diabetes mellitus) und trüben (Ye => Gelenkschleimhaut => Tendovaginales System => Halteapparat des Skeletts => Arthrose) Flüssigkeiten.

Vor der Tonisierung sollte man unbedingt die Schwachstelle des Körpers identifizieren: liegt sie im Qi (Vier-Gentleman-Dekokt; Sechs-Gentleman-Dekokt), liegt sie im Blut (Shi-Wu-Tang = Vier-Arzneien-Dekokt), ist es aufgrund von Kälte (Shi-Ni-Tang), von Hitze (Bu-Zong-Yi-Qi-Tang; 3-Cheng-Qi-Dekokt (bei Darmhitze)), oder von Sommerhitze (Qing-Shu-Yi-Qi-Tang).

Bei Erkältungen muss man sich die Konstitution des Patienten sehr genau anschauen. Bei den jüngeren Menschen dominiert das Yin und das Yang ist etwas schwächer. Bei ihnen kann das Magen-Qi durch Antibiotika-Gaben sehr schnell zerstört werden und es wird somit die Immunabwehr herunter gesetzt. Bei älteren Menschen dominiert das Yang mit entsprechend zu wenig Yin. Dies äußert sich zumeist in einem übermächtigen Feuer (Freie Radikale) und kann durch Antibiotika-Gaben die Darmflora zerstören und in eine Dysbalance bringen.

Trotz der immer moderner werdenden Antibiotika und Impfungen ist die Pneumonie noch immer die vierthäufigste Todesursache älterer Menschen und unterernährter Menschen in den Entwicklungsländern.

Wie stehen die vier Jahreszeiten mit den Akkumulationskrankheiten der Lunge und der anderen 5 Speicherorgane in Verbindung? Siehe Tabelle xxx

Welche Prognose und welche Heilungschancen bestehen bei einer Pneumonie?

Die Prognose und Heilung der Pneumonie ist abhängig vom Hervorbringungs-Zyklus (gute P.) und vom Kontroll-Zyklus (schlechte P.).

Ein Speicherorgan erhält die pathogenen Faktoren meist von der Mutter und überträgt diese dann auf das Organ von dem es kontrolliert wird, wodurch sich das Organ selbst rettet. Wenn das Organ jedoch das kontrollierende Organ überwindet, also in umgekehrter Richtung agiert, ist die Prognose schlecht. Es wird gar ganz unheilbar, wenn sich das Übel auf die Mutter der Mutter überträgt.

Z. B.: Das Herz gibt den pathogenen Faktor an seine Mutter die Leber weiter. Nun überträgt sich das Übel normalerweise auf die Milz. Wandert das Übel aber nun in die Niere und nistet sich dort ein, oder noch schlimmer, das Übel überträgt sich noch weiter auf die Lunge, so ist diese Pneumonie unheilbar. Dieser Prozess dauert meist nur ca. 24h bevor er zum Tode führt.

 

UNHEILBAR

Herz               Leber => Niere =>Milz  Lunge
Milz               Herz => Leber =>Lunge  Niere
Lunge              Milz => Herz =>Niere  Leber
Niere              Lunge => Milz =>Leber  Herz

 

Organ Schädigung durch sich selbst
Herz Kummer, Traurigkeit, Grübeln, Sorge
Lunge Kälte -> Erkältung, wenig Immunabwehrkraft
Leber Wut; das Qi rebelliert nach oben anstatt abzusteigen
Milz Schlechte Ernährung; Fast Food
Niere Unbeweglichkeit; übertriebene Sexualität

 

Der Körper reagiert auf die 6 klimatischen Faktoren, sowie auf die 7 emotionalen Faktoren, spezifisch durch die Stoffwechsellage. Man muss die Ursache entdecken, differenzieren und analysieren, um zu entdecken woher dieses Übel kommt um es dann beseitigen zu können und zu verhindern, dass es auf eine weiteres Speicherorgan übertragen wird.

Nehmen wir als Beispiel das Herz. Woher kann man wissen woher der pathogene Faktor kommt und was das Organ noch alles in sich trägt.

 

  1. Das Herz ist erkrankt durch den pathogenen Faktor Wind:
Mustersymptomatik Risikofaktoren Leber verwaltet die Farbe
Die Farbe ist rot, denn das Leber-Qi / Wind ist der Risikofaktor für das Herz Wind -> aus der Leber selbstWind -> aufs Herz übertragenWind -> auf die Milz übertragen => Grünblau=> Rot=> Gelb
Körperliche Hitze, Fieber, Völle im Hypochondrium, Intercostalneuralgie, Puls ist oberflächlich (Fu) Wind -> auf die Lunge übertragenWind -> auf die Nieren übertragen => Weißlich=> Schwarz
Überflutend (Hong / Da) und Saitenförmig (Xian) => Schlüsselwörter verraten den pathogenen Risikofaktor  

 

  1. Das Herz ist erkrankt durch einen Hitzeschlag im Sommer:
Mustersymptomatik Risikofaktoren Herz verwaltet das Riechen
Der Patient hat einen strengen, verbrannten Geruch; körperliche Hitze; innere Unruhe und Reizbarkeit; Angina pectoris, Puls ist oberflächlich (Fu) und überflutende (Da) und zerfließend (San) Hitzeschlag                 =>Hitzeschlag                 =>                                    =>

                                    =>

                                    =>

Vom Herzen selbst: verbrannter GeruchAuf die Milz übertragen: aromatischer G.Auf die Leber übertragen: stinkender G.

Auf die Niere übertragen: verdorbener G.

Auf die Lunge übertragen: fischiger G.

 

  1. Das Herz ist durch falsche Ernährung und falsche Lebensgewohnheiten (Schlafmangel,…) erkrankt:
Mustersymptomatik Risikofaktoren Milz verwaltet den Geschmack
Der Patient mag bitteren Geschmack; Schwäche-Symptomatik: Pat. mag nicht essen; Fülle-Symptome: Pat. mag exzessives Essen Körperliche Hitze, Schweregefühl, legt sich gerne hin; Erschöpfung und Müdigkeit der vier Extremitäten; Puls: oberflächlich (Fu), überflutend (Da), langsam (Huan) Falsche Ernährung und Chronisches Müdigkeitssyndrom Von der Milz selbst: süßer GeschmackAuf die Leber übertragen: saurer GeschmackAufs Herz übertragen: bitterer Geschmack

Auf die Lunge übertragen: scharfer G.

Auf die Niere übertragen: salziger Geschmack

 

  1. Das Herz ist durch den pathogenen Faktor Kälte erkrankt:
Mustersymptomatik Risikofaktoren Lunge verwaltet die 5 Töne
Pat. ist im Delirium und Fieberwahn (spricht zusammenhangslos und unsinnig); das Übel wurde von der Lunge auf das Herz übertragen; körperlich Hitze; Fieber: Abneigung gegen Kälte; Schüttelfrost; Husten und Asthma;Puls: oberflächlich (Fu), überflutende (Da) und rauh (Se) Kälte Von der Lunge selbst: WeinenAuf die Leber übertragen: SchreienAuf das Herz übertragen: Sprechdrang

Auf die Milz übertragen: Singen

Auf die Niere übertragen: Stöhnen

 

  1. Das Herz ist durch den pathogenen Faktor Feuchtigkeit erkrankt:
Mustersymptomatik Risikofaktoren Niere verwaltet die Feuchtigkeiten
Patient neigt zu Schweiß-ausbrüchen, welche nicht enden (das Übel kommt aus den Nieren); körperlich Hitze und Fieber; Schmerzen im Unterbauch; kalte Füße und Siebbein;Puls: tief (chen), weich (Ru) und überflutend (Da) Feuchtigkeit Von der Niere selbst: SpeichelAuf die Leber übertragen: SchluchzenAuf das Herz übertragen: Schwitzen

Auf die Milz übertragen: Speichelfluss

Auf die Lunge übertragen: (bittere) Tränen

 

 

Sie sehen nun, wie man anhand der Pulsdiagnose den pathogenen Faktor erkennen kann. Man kann daraus auch ersehen, woher er kommt und wohin er sich überträgt.

Aus folgender Tabelle können Sie ersehen wie gefährlich die pathogenen Faktoren sind:

 

Nun zu der Frage, wie ich den pathogenen Faktor eliminieren kann, nachdem ich ihn entdeckt habe.

Um diese Frage zu beantworten müssen wir uns zuerst mit den Hauptleitbahnen und den Netzleitbahnen vertraut machen. Weitere wichtige Anschauungsobjekte sind: das Ursprungs-Qi (Yuan-Qi), der SanJiao (Achse), die 8 außerordentlichen Gefäße und die Antiken Punkte. Hat man die Grundlagen dieser Dinge erlernt und begriffen, so kann man mit gezielter Manipulation (öffnen und schließen bestimmter Leitbahnen; Verwendung der antiken Punkte,…) und spezifischen Heilkräutern den pathogenen Faktor aus dem Körper entfernen, indem man die Affinität des Faktors zu den Meridianen und Organen unterbindet.

 

NanJing, Kapitel 8:

Alle 12 Hauptleitbahnen sind mit dem Yuan-Qi verbunden. Das Yuan-Qi ist die Grundlage für die 5 Zang-Speicherorgane und die 6 Fu-Hohlorgane (Palastorgane). Das Yuan-Qi ist die Wurzel der 12 Hauptleitbahnen, wobei die 8 außerordentlichen Gefäße das Bindeglied zwischen Wurzel (Yuan-Qi) und Zweigen (12 Hauptleitbahnen) darstellen. Man nennt es auch: „Geistiger Wächter gegen das Übel“. Das Yuan-Qi ist demnach die Wurzel und die Grundlage der menschlichen Konstitution. Wird die Wurzel abgeschnitten, so überleben der Stamm und die Zweige noch eine Weile, aber letztlich verwelkt und stirbt der Baum doch.

Die 8 außerordentlichen Meridiane werden so zum Bindeglied zwischen vorhimmlischer und nachhimmlischer Wirklichkeit. Sie harmonisieren Möglichkeit und Sein des Menschen auf allerhöchster Ebene.

Sie verkörpern die formgebenden Strukturen im Menschen, und zwar vor der Geburt in der embryonalen Entwicklung und nach der Geburt in den Reifezyklen. Sie sind die Wurzel und Grundlage des Lebens, während die 12 Hauptleitbahnen nur die Zweige unseres Lebensbaumes darstellen. Sind die Wurzeln abgeschnitten, verdorren die Zweige und der Zerfall beginnt.

  

12 Hexagramme und die 12 Jie und die 12 Qi:

12 Hexagramme  Fu  Lin  Tai  Dazhuang  Guai  Qian
DouJianDie 7 nördlichen Sterne Zi Cou Yin Mou Chen Xu
Monate November Dezember Januar Februar März April
  1 2 3 4 5 6
Periode Großer Schnee Kleine Kälte Frühlings-Wende Erschreckte Würmer Klarer Himmel Sommer-Wende
Qi Hochwinter Große Kälte Regenwasser VerteilungDesFrühlings Regen fürs Getreide Kleine Völle
             

 

12 Hexagramme        Pi  Quan  Buo  Kun
DouJianDie 7 nördlichen Sterne Wu Wei Shen Qiu Shu Hai
Monate Mai Juni Juli August Sep. Oktober
  7 8 9 10 11 12
Periode Beschäftigende Ernte Kleine Sommerhitze Herbst-Wende WeißerTau Kalter Tau Winter-Wende
Qi Hochsommer Große Sommerhitze Wohnender Sommer Verteilung des Herbstes Reif-Fall Kleiner Schnee
             

 

Der Sinn des Klassikers NanJing ist, dass er dem Therapeuten ein praxisorientiertes und flexibles Instrument – die 5 Wandlungsphasen – an die Hand gibt, welches die Yin & Yang-Doktrin ergänzt. Es bildet eine Harmonie (im Sinne einer Homöostase) zwischen Himmel – Erde – Mensch, indem es uns die pathogenen Faktoren erkennen und eliminieren lässt. Diese Beseitigung erfolgt durch rechtzeitige, spezifische Tonisierung und Sedierung. Die 5 Wandlungsphasen laufen wie folgt ab: Frühling für die Entstehung, Sommer für das Wachstum, Spätsommer für die Umwandlung und Reifung, Herbst für die Ernte und Winter für das Beherbergen. Die Pathogenese manifestiert sich, sobald sie eine dieser festgelegten Phasen aus dem Kreislauf bringt.

 

Jahreszeit 5 Zang-Organe KlimatischeRisikofaktoren Meridian-Umläufe 6 Fu-Organe Emotionen
Frühling Leber Wind Jueyin Gallenblase Wut
Sommer Herz Hitze / Feuer Shaoyin Dünndarm Freude
Spätsommer Milz Feuchtigkeit Taiyin Magen Grübeln
Herbst Lunge Trockenheit Yangming Dickdarm TraurigkeitSorge
Winter Niere Kälte Taiyang Blase ErschreckenAngst
      Shaoyang Perikard  
  Entstehung aus den 10 Himmels-stämmen Entstehung aus der Erde => von außen induzierte Erkrankungen Einteilung nach dem Gehalt von Yin und Yang (6-Schichten-Modell; Transformieren und Transportieren     

 

 

Organ Risikofaktoren (von Innen; Nahrungsmittel, etc.) 3 Ebenen Pulsdiagnostik
Leber Lässt sich leicht ärgern   Saitenförmiger Puls (Xian)
Herz Innere Reizbarkeit Überflutender Puls (Hong-Da)
Milz Schleimbildung durch Feuchtigkeit (Alkohol, gegrilltes Fleisch, Süßigkeiten, zu schnelles Essen)

 

 

Drehscheibe

Langsamer Puls (Huan)
Lunge Melancholie (zu scharfes Essen) Rauher Puls (Se)
Niere Müdigkeit, Erschöpfung (kalte Getränke, übertriebene Sexualität)   Tiefer Puls (chen)

 

 

Auswahl von Punkten die dem Meridian zugehörig sind um die Mutter zu tonisieren oder den Sohn zu sedieren.

5 WP

Metall

Wasser

Holz

Feuer

Kaiserfeuer  Ministerfeuer

Erde

  Lu Di Ni Bl Le Gb He Pc SJ Mi Ma
MutterTP Lu8 Di11 Ni7 Bl67 Le8 Gb43 He9 Dü3 Pc9 SJ3 Mi2 Ma41
  Erde Erde Metall Metall Wasser Wasser Holz Holz Holz Holz Feuer Feuer
SohnSP Lu5 Di2 Ni1 Bl65 Le2 Gb38 He7 Dü8 Pc7 SJ10 Mi5 Ma45
  Wasser Wasser Holz Holz Feuer Feuer Erde Erde Erde Erde Metall Metall

 

Punktauswahl im fremden Meridian (im „Muttermeridian“, oder im „Sohnmeridian“)

5 WP

Metall

Wasser

Holz

Feuer

Kaiserfeuer  Ministerfeuer

Erde

  Lu Di Ni Bl Le Gb He Pc SJ Mi Ma
MutterTP Mi3 Ma36 Lu8 Di1 Bl66 Ni10 Le1 Gb41 Le1 Gb41 He8Pc8 Dü5SJ6
  Erde Erde Metall Metall Wasser Wasser Holz Holz Holz Holz Feuer Feuer
SohnSP Ni10 Bl66 Le1 Gb41 Dü5Sj6 He8Pc8 Mi3 Ma36 Mi3 Ma36 Lu8 Di1
  Wasser Wasser Holz Holz Feuer Feuer Erde Erde Erde Erde Metall Metall

 

Beziehung zwischen den 6 Meridianpaaren und den inneren Organen:

Einteilung Meridian-Umläufe Innere Organe Gehalt von Qi und Blut
Oberfläche TaiYang He, Dü Mehr Blut, weniger Qi
JueYin Le, Gb
Zwischenraum ShaoYang Pe, SJ Weniger Blut, mehr Qi
TaiYin Mi, Ma
Innenraum YangMing Lu, Di Mehr Blut, mehr Qi
ShaoYin Ni, Bl Weniger Blut, mehr Qi

 

Die Oberfläche ist Yang. Die Haupteigenschaft von Yang ist das Aufsteigen. Das Yang ist im Yin verwurzelt, denn Yin ist die Schulter des Yangs. Deshalb enthält die Oberfläche mehr Blut (Yin) zum Schutz des Yangs.

Innen ist das Yin. Yin-Qi ist ruhig und ist abhängig vom Transport des Yang-Qis. Deshalb hat das Innere mehr Qi (Yang), um den Transport zu fördern.

=> Qi ist die Wurzel des Lebens (Lektion 8 des NanJings).

Der Mechanismus des Aufsteigens und Absenkens, des Eintretens und Austretens von Qi wurde und wird als Öffnung, Achse, Zusammenschließen bezeichnet.

 

  Öffnung Achse Zusammenschluss
Yang-Qi Taiyang Shaoyang Jueyin
Yin-Qi Taiyin Shaoyin Yangming

  

Rheumatologie:

Pathogener Faktor => PNS / Gefäße (Arterien und Venen) / TVS (Jingjia) => Hauptleitbahnen (+ Herzkranzgefäße), Tendinovaskuläres System, Muskelleitbahnen, 15 Netzleitbahnen (Luo) => Gefäße => 8 außerordentliche Gefäße => GIT (= Gastrointestinaltrakt; 7 bewegende Tore); Kompartimente =>Reabsorption der NM => KM => Knochen (Orthopädie)

 

Kommunikations- und Koordinationssystem:

Öffnung                                                           Schließung       (der Haupt- und Netzleitbahnen)

                                   Umkehrung

 

            Art.                 Antike Punkte              Ven.

Kontraktion                 in den 12                     Relaxation

Stärke (Straff)              Hauptleitbahnen           Weich (Schlaff)

Krampf                                                           Erschlaffung

 

                                   8 außerordentliche

                                   Meridiane

 

Die 8 außerordentlichen Meridiane:

Bestehend aus 4 Paaren:

  • Vorne-Hinten-Achse => RenMai und DuMai
  • Links-Rechts-Achse => YinWeiMai und YangWeiMai
  • Bewegung-Ruhe-Achse => YinQiaoMai und YangQiaoMai
  • Quer-Vertikal-Achse => ChongMai und DaiMai

 

Puls: voll

Gesicht: rot und glänzend

Innere Reizbarkeit, manisches Verhalten und delirantes Gerede

=> Herz-Feuer-Fülle

 

Puls: dünn und schwach

Gesicht: blass und glänzend

HRS, Herzrasen, Schlafstörungen aufgrund von Angst, Schwindel, CMS, Schweißausbrüche bis hin zu Kreislaufkollaps

=> Herz-Feuer-Schwäche

 

Herz-Feuer-Fülle (Yin-Mangel, Yang steigt nach oben):

Der Puls ist oberflächlich (Fu), groß (Da) und rauh (se); der Patient ist überaktiv, hat Schwindel, innere Reizbarkeit, Überheblichkeit, Unruhe, Schlaflosigkeit, Reflux-Symtpome.

Therapie: Wasser ernähren; strengstens verboten sind bittere (Abführmittel) und kalte Drogen (Klärungsmethode).

=> Hao Zhen aus den antiken Zeiten (Prof. Liu Yan; Film) -> Amtsakupunktur der spirituellen Achse

1.         Shu-Punkt-Punktion: Quellen-, Bach-, Rücken-Shu-Punkte (Bl13, Bl15, Bl18, Bl20, Bl23); z.B. bei Lungen-Erkrankung Lu9 und Bl13

2.         Distant puncture (weit entfernte Akupunktur): hat der Patient eine Erkrankung im Oberkörper, so verwendet man Punkte die im Unterkörper oder an den Beinen liegen. Diese Methode eignet sich besonders gut bei Erkrankungen der 6 Fu-Organe (Palast-, oder Durchgangsorgane); meist sind es die 6 He-Punkte; z. B. bei einer Magen-Erkrankung verwendet man den Punkt Ma36

3.         Meridian puncture: Man nadelt die Stellen, an denen ein Problem ersichtlich ist, z. B. Qi-Stau, Blut-Stase (=>Di3), Knoten, Muskelsporn, druckdolente Stellen.

4.         Kollateralen-puncture: Punktur der kleinen Netzleitbahnen; z. B. Mikroaderlass mit einer Dreikantnadel, Hautnadel-Drehscheibe, 7-Pflaumen-Nadeln. Diese Methode bietet sich besonders bei Fülle- und Hitze-Mustern an.

5.         Crack puncture: Dabei wird die Muskulatur genadelt; bei Muskelatrophie und egenerativen Erkrankungen des Bindegewebes; gut geeignet für Bi- und Wei-Syndromen.

6.         Evaculations-puncture: Brust-Zysten anschneiden und Ableiten / Abführen des Eiters.

7.         Shallow Puncture (Haar-Akupunktur): sehr oberflächliche Akupunktur im Bereich der oberen Hautschichten und Haare; wurde beschrieben bei Fu-Bi mit can-zhen-Nadel in den antiken Zeiten => jetzt 7-Köpfe-Nadeln

8.         Contralateral Puncture (Kreuzung zwischen Erkrankung und Punktion): ist die linke Seite erkrankt, so nadelt man auf der rechten Seite und umgekehrt; z. B. bei einer rechtsseitigen Gesichtslähmung nadelt man Di4 links

9.         Feuer Puncture: Die Nadel wird so lange ins Feuer gehalten bis sie glüht; dies wird angewandt bei Kälte-Bi-Syndromen; chronischen Zysten aufgrund von Yin-Schwäche.

 

§ 2: Die Zwölf Nadelungstechniken (Twelve needling techniques): Sind für Erkrankungen der 12 Hauptleitbahnen geeignet.

  1. coupled puncture (vorne und hinten / Yin und Yang; Alarm-Mu-Punkt und Rücken-Shu-Punkt -> gut bei Erkrankungen der inneren Organe, z.B. Magen-Schmerzen (Ren12 und Bl 21)
  2. trigger puncture: wirkt sehr gut bei wandernden Schmerzen; Suche nach druckdolenten Stellen, z. B. bei PHS Di15
  3. Hui Zhi; lateral puncture: Punktion der schmerzhaften Stelle bis ein De-Qi erreicht wird, dann wird die Nadel angehoben und in verschiedene Richtungen gestochen. Zeitgleich sollte der Patient aufgefordert werden die betroffene Stelle zu bewegen.
  4. Triple Puncture (9:46), auch 3-Nadel-Technik genannt: die erste Nadel wird auf das Schmerzzentrum gesetzt, dann die anderen beiden Nadeln daneben. Diese Technik ist gut geeignet für tiefe und kleine erkrankte Stellen.

 

Nan-Jing:

Tonisieren und Sedieren nach der Differenzierung von Ying- und Wei-Ebene (Identifikation; Tonification and Sedation for identification of Ying (Naturients) and Wei (Defence)).

Eine Punktion der Konstruktions-Ebene (Ying) darf keinen Schaden auf der Protektiv-Ebene (Wei) anrichten. Umgekehrt darf eine Punktion der Protektiv-Ebene keinen Schaden auf der Konstruktions-Ebene anrichten.

Bei einer Erkrankung der Protektiv-Ebene (Wie) sollte man oberflächlich stimulieren, um eine Verletzung der Konstruktiv-Ebene (Ying) zu vermeiden.

Bei einer Erkrankung der Konstruktiv-Ebene (Ying) sollte man zuerst den zu behandelnden Punkt mit einer Hand fest drücken und massieren, um das Protektiv-Qi (Wei) zu zerstreuen. Danach den Punkt tief stechen. Dadurch wird eine Verletzung der Protektiv-Ebene vermieden.

Im Kapitel 76 des Nan-Jings wird das Tonisieren und Sedieren der Konstruktiv-Ebene und der Protectiv-Ebene noch einmal vertieft.

Tonisierungsmethode: Oberflächliche stechen und zuerst in der Protektiv-Ebene stimulieren bis das De-Qi-Gefühl kommt, danach die Nadel weiter in die Konstruktiv-Ebene führen, bis das De-Qi-Gefühl auf der Ying-Ebene ankommt.

Sedierungsmethode: Zuerst drückt man den zu behandelnden Punkt ganz fest mit einer Hand. Danach sticht man die Nadel ein bis ein De-Qi-Gefühl in der Tiefe erreicht wird. Sobald dies erreicht ist wird die Nadel entfernt.